Brief Nach Drueben
par PassepartoutFR
Folk

Écoute ce morceau sur la radio communautaire Anthem.
Ouvrir sur Anthem · Page de l'artiste · Album : Zwischen Zwei Zuegen
par PassepartoutFR
Folk

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Im Postfach lag die Zeitung flach,
die Katze sprang vom Sims herein.
Das Kuvert war schon schwarz und schwach,
die Tinte trat, ein brauner Fleck.
Ich sah die Adresse nicht,
sondern nur dein handgeschrieb`nes Blatt.
Die Uhr zeigt zwei, ein stilles Licht,
die Tage sind im Staub vergrat.
Du kommst zu spaet, der Zug ist fort,
das Fenster schliegt, die Kante brennt.
Die Worte sind noch warm und warm,
doch hier sind alle Tueren ein.
Ich hebt den Blick, die Wand ist leer,
der Brief war nie ein Fest, mein Lieber.
Das Dach muss ich noch einmal prüfen,
der Regen klappert an den Rand.
Die Suppe kocht, der Topf ist süß,
die Jahre sind ein ausgeles`ner Stand.
Ich les den ersten Satz noch nicht,
die Tinte hat sich endlich fest.
Die Zeit hat sich im Papier versteckt,
die Wahrheit hat sich in die Brust gepresst.
Du kommst zu spaet, der Zug ist fort,
das Fenster schliegt, die Kante brennt.
Die Worte sind noch warm und warm,
doch hier sind alle Tueren ein.
Ich hebt den Blick, die Wand ist leer,
der Brief war nie ein Fest, mein Lieber.
Die Schritte hallen auf dem Stein,
die Biegung zeigt den leeren Raum.
Das Herz ist schwer, die Luft ist rein,
die Uhr tickt ohne Ruh und Traum.
Ich falte das Papier behutsam ein,
es liegt nun still auf meinem Knie.
Die Schraube unten ist leicht ausgedreht,
die Welt dreht sich noch einmal frei.
Du kommst zu spaet, der Zug ist fort,
das Fenster schliegt, die Kante brennt.
Die Worte sind noch warm und warm,
doch hier sind alle Tueren ein.
Ich hebt den Blick, die Wand ist leer,
der Brief war nie ein Fest, mein Lieber.
Brief Nach Drueben — PassepartoutFR · ▶ 1 écoute | Anthem — Anthem