du bist narrisch,
par RDX
Metal

Écoute ce morceau sur la radio communautaire Anthem.
par RDX
Metal

Écoute ce morceau sur la radio communautaire Anthem.
Tick tack, du bist narrisch,
Tausend Tage, zitternd, hustend,
hast dei hartnäckigen Huster
hinter dir hergezogen.
Hartnäckig, hartnäckig,
wie a versteckter Sturm in deiner Trachea.
Du hust’ spät, du hust’ früh,
dein Husten verzerrt die Zeit,
trommelt wie a traurige Turmglock’n.
Alle Ärzte am Tasten.
Druck: drin. Temperatur: dahoam. Test: total durchsichtig.
— „Des wird scho“, meinen’s.
Aber dein Huster, der hält dagegen.
Dei Mama, zerzaust, zieht di am Gürtel:
— „Schluss mit Warten…
mia geh’n jetzt zum Onkel.“
Du zitterst.
Dei Onkel,
ein stiller Zeuge zerstörter Zeiten,
ein grantiger Heiler in
ganz am End’ vom verdrehten Weg,
wo er in seiner wackligen Warte wohnt,
umgeben von Klee, Kräuter,
und komischem Krimskrams.
Während die Sunn untergeht,
klappert dein klappriger Karren übers Kies.
Du hust’ wieder. Immer wieder.
Dei Onkel macht auf,
eh du klopfst.
— „Falsche Zeit erwischt“,
sagt er scharf.
Während er kleine Flascherl sortiert,
bist du still.
Er dreht sich um.
— „Da, nimm Zucker.“
Dei Mama, wie a Münchner Maibaum,
blickt auf di – mit Liebe, ohne Laut.
Du schweigst. Du zitterst.
Du bleibst bei deinem Tun.
Der Geschmack geht durch dich:
Erde, Eiche, ewige Fäulnis...
Sturm und Stille.
— „Leg di hi. Schlaf.“
Du sinkst in schäbige Stoffe.
Zwischen Dämmer und Durcheinander
fragt deine fürsorgliche Fürsprecherin:
— „Wird dein Weh wohl weichen?“
Dei Onkel, ganz leise:
— „Kommt auf’n Husten an.“
Du lässt los.
Tief in deiner Brust
spürst du, wie der Husten verschwindet,
wie a Tuch, das man aus dir rauszieht.
Früh – die Brust beruhigt.
Du streckst dich. Du stöhnst.
Dei Mama, voller Mitgefühl:
— „Gottseidank. Merci.“
Aber deine Haut bleibt lau.
Du drehst dich. Du zuckst.
Da fehlt doch was.
Aufm Regal – a klans Kripperl:
ein zittriger Zipfel,
in einem trüben Tiegel,
wie ein Zeuge von deinem Husten,
übertragen, versteckt,
und jetzt gefangen.
Dei Onkel begleitet dich,
ganz ohne Worte,
und zieht die Tür zu.